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Verbund Ökologische Praxisforschung (V.Ö.P)

Der Verbund Ökologische Praxisforschung (V.Ö.P) ist das Netzwerk der drei führenden deutschen Verbände von Bioerzeugern, Bioland, Demeter und Naturland, mit den beiden privaten Forschungs- und Bildungseinrichtungen Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) und Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL).

Der V.Ö.P will die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Anliegen der Praktiker schneller wahrgenommen, gebündelt und in gemeinsamen Entwicklungs- und Forschungsprojekten bearbeitet werden können. Da Beratung und praktizierende Landwirtschaft so ein Teil der Forschungs- und Entwicklungsarbeit werden, kommen die Resultate den Praktikern unmittelbar zugute.

Der V.Ö.P bietet somit eine Arbeitsstruktur, um die Innovationsfähigkeit und die Geschwindigkeit der Umsetzung in die breite Praxis zu erhöhen. Er bezieht in seine Arbeit auch weitere Organisationen des Ökolandbaus ein.

Aktuelles

Dossier zur 100% Biofütterung

Der ökologische Landbau verfolgt das Ziel, 100 Prozent der eingesetzten Futtermittel aus eigener bzw. regionaler ökologischer Erzeugung einzusetzen. Diese 100% Biofütterung ist derzeit verbunden mit Beschaffungs- und Erzeugungsschwierigkeiten. Insbesondere im Bereich der Eiweißkomponenten fehlen noch geeignete Konzepte und Lösungen, die eine Erreichung des 100% Zieles bis 2018 ermöglichen.

Der ökologische Landbau ist ein System, welches in regionalen Kreisläufen denkt und auch regionale und betriebsindividuelle Besonderheiten respektiert. Deshalb wird es je nach einzelbetrieblicher Situation individuelle Lösungsansätze geben. Das Ziel der 100%igen Biofütterung ist aus diesem Grund nur mit einem Bündel von Lösungsansätzen zu erreichen. In dem vorliegenden Dossier werden, dieser Logik folgend, die unterschiedlichen Futtermittel als potenzielle Komponenten einer Lösungsstrategie charakterisiert und ggf. um den noch notwendigen Forschungs- und Handlungsbedarf zum Ausschöpfen des jeweiligen Potenzials ergänzt. Weitere Beachtung im vorliegenden Dossier findet die züchterische Weiterentwicklung von Futterpflanzen und von Tieren.

Das Dossier ist eine Zusammenstellung des Status-Quo, basierend auf Literaturrecherchen und Expertenbefragungen sowie den Diskussionen auf der Akteurstagung, die am 25.11.2014 in Fulda durchgeführt wurde.

Die vorliegende umfassende Zusammenstellung sämtlicher derzeit in Diskussion befindlicher Lösungsansätze soll einen Beitrag dazu leisten, notwendigen Handlungs- und Forschungsbedarf zur Erreichung einer 100%igen Biofütterung aufzuzeigen und zu bewerten.

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Experten fordern mehr Innovation und vielfältige Ansätze für die 100% Biofütterung

(25.11.2014, Fulda) Ab dem Jahr 2018 dürfen Biofuttermittel keine konventionellen Komponenten mehr enthalten. Weil Maiskleber und Kartoffeleiweiß als hochwertige Eiweißträger in Bioqualität nicht in ausreichenden Mengen zur Verfügung stehen, sind Alternativen für die Fütterung von Bioschweinen und -geflügel gefragt.

Um Optionen der 100% Biofütterung von Monogastriern (Schwein und Geflügel) zu diskutieren, trafen sich am 25. November Akteure aus Praxis, Beratung, Futtermittelhandel und Forschung in Fulda.
Lösungswege eröffnen sich nicht nur durch den Anbau heimischer Körnerleguminosen und Soja. Auch hinsichtlich der Gestaltung von Futterrationen gibt es Ansätze. Vielfalt ist dabei das Stichwort. Je vielseitiger eine Ration gestaltet ist, desto lieber fressen die Tiere das Futter. Neben Ölpresskuchen sollten daher weitere Komponenten zum Einsatz kommen.

Komponenten und Strategien müssen weiterentwickelt werden

Futter für Schweine und Geflügel müssen multifunktional sein: Sie sollen Leistung ermöglichen, zum Tierwohl beitragen und die Tiere gesund erhalten. Einen Beitrag dazu können hochwertige Raufutter aus innerbetrieblicher oder regionaler Erzeugung leisten. Hier ist der Einsatz von Luzernesilage oder Luzerneblattmehlen eine interessante Option. Auch die qualitative Verbesserung einheimischer Körnerleguminosen ist ein wichtiger Baustein, um die konventionellen Komponenten in der Ration zu ersetzen. Bakterieneiweiß mit besonders günstigem Aminosäuremuster könnte ein Baustein sein, um Imbalancen in den Rationen auszugleichen.

Doch nicht nur die Entwicklung von Einzelkomponenten muss vorangetrieben werden, auch Fütterungsstrategien, die auf betriebseigenen Futtermitteln basieren, müssen weiterentwickelt werden, um dem Anspruch der Regionalität gerecht zu werden.

Es wird also ein ganzer Strauß von Maßnahmen benötigt, um die 100% Biofütterung erfolgreich umzusetzen. Damit dies gelingen kann, müssen Wissensdefizite abgebaut werden. Bereits heute gibt es vielfältige Forschungsaktivitäten im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) zur Monogastrierfütterung. Dennoch ist mehr Forschungs- und Entwicklungsarbeit, insbesondere zu Biofuttermitteln und Biotieren notwendig. Zum Beispiel ist die richtige Bestimmung des Futterwertes der hofeigenen Futtermittel ein wichtiger Faktor, um die Rationen sicher planen zu können. Hier sind Forscher, Berater und Futtermittelhersteller gefragt, das vorhandene Wissen für eine praxistaugliche Anwendung weiter zu entwickeln.

Die Veranstaltung wurde von Verbund Ökologische Praxisforschung (V.Ö.P), in dem Bioland, Demeter, Naturland sowie das FiBL Deutschland e.V. und die Stiftung Ökologie und Landbau aktiv sind, in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen organisiert. Ende des Jahres soll ein Dossier zu den Perspektiven der 100% Biofütterung veröffentlicht werden, das dann auch online eingesehen werden kann.

Kontakt

V.Ö.P
Freya Schäfer
Tel: +49 69 7137699-83
freya.schaefer(at)fibl.org

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Dr. Uwe Geier
Demeter e.V.
Tel: +49 30 28482-380
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Jens Binder
Naturland Fachberatung
Tel: +49 8137 6372901
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Dr. Stephanie Fischinger
Bioland Beratung GmbH
Tel: +49 6131 2397922
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Dr. Uli Zerger
Stiftung Ökologie & Landbau
Tel: +49 6322 98970-223
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Freya Schäfer
FiBL Deutschland e.V.
Tel: +49 69 7137699-83
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